Eine lyrische Hausapotheke zum Welttag der Poesie mit Carl-Ludwig
Weinknecht
Krankheit, Weltschmerz, Liebeskummer – bei Problemen dieser Art hat bereits
Erich Kästner vor fast 90 Jahren das Lesen von Gedichten verordnet. Ein
Rezept, das immer noch gilt, sagen Lyrikexperten.
Auf dem Nachttisch liegt das Büchlein, schon ein wenig abgegriffen. Kurz
vor dem Einschlafen bietet es Trost, wenn einem das eigene Dasein zu
schaffen macht. „Man nehme“, schreibt Erich Kästner im Inhaltsverzeichnis
seiner „Lyrischen Hausapotheke“, und zählt die Seiten mit Gedichten auf,
die er bei seelischen Zipperlein als probates Gegenmittel empfiehlt –
gleich ob es sich um Frühlingsgefühle, die eigene Faulheit, Geldsorgen oder
Heimweh handelt.
Robert Gernhardt hat die Frage nach dem Sinn von Schreiben von Gedichten
einmal so beantwortet: „Es ist wirklich so: Grad wenn man reimt, kommt man
in Zusammenhänge, in die man nie kommen wollte, aber der Reim gibt das
vor.“
10 €